Das Aufgabenfeld des Bundesministeriums für Finanzen erstreckt sich über die Haushalts- und Steuerpolitik. Wie ist das Finanzministerium entstanden, welche Aufgaben bekleidet das Ministerium heute und wie wird man zu einem Finanzminister?
Das Bundesministerium für Finanzen ist eine der obersten Bundesbehörden. Gebräuchlich ist auch, zumindest im Beamtendeutsch, die Abkürzung BMF für Bundesfinanzministerium. Die Leitung der Behörde übernimmt der jeweils gewählte Finanzminister. Das Bundesfinanzministerium hat seinen Sitz heute in der deutschen Hauptstadt Berlin und in Bonn.
Das deutsche Bundesministerium für Finanzen wurde 1880 gegründet. Damals hieß die Behörde noch „Reichsschatzamt“. Die süddeutschen Länder hatten zu dieser Zeit bereits erfolgreich eigene Finanzbehörden gegründet während es in Norddeutschland keine Steuerbehörde gab. Der preußische Finanzminister Johannes von Miquel führte 1891 die erste Finanz- und Steuerreform des Landes ein. Erstmals wurde eine Einkommenssteuer erhoben und die Grundsteuer zu einer Gemeindesteuer umgewandelt. Wenig später kamen noch die Erbschafts- und Besitzsteuer dazu.
Zu den weiteren Meilensteinen des Finanzministeriums gehört die Steuerreform der Jahre 1919 und 1920. Aufgrund der hohen Schuldenlast als Folge des Ersten Weltkriegs wurde eine völlige Neugestaltung des Steuersystems notwendig. Zunächst wurde die Steuerverwaltung bundeseinheitlich gestaltet, dann erfolgte eine starke Anhebung der Steuern. Die Finanz- und Steuerreform von 1919/1920 bildete den Grundstein für das heutige deutsche Steuersystem.
Seit 1949 wird die Finanzverwaltung des Bundes und der Länder getrennt. In den 70er Jahren wurde das Finanzministerium mit dem Wirtschaftsministerium zusammen gelegt. Seit der deutschen Wiedervereinigung hat das Finanzministerium mit seiner Zweigstelle wieder einen Sitz in Berlin. Im Jahr 1998 übernahm das Finanzministerium einen Großteil der Zuständigkeiten des aufgelösten Ministeriums für Post und Telekommunikation. Heute hat das Bundesministerium für Finanzen seinen Sitz in Berlin und seinen Dienstsitz in Bonn. In Berlin hat das Ministerium das monumentale Detlev-Rohwedder-Haus bezogen, das ehemalige Reichsluftfahrtministerium und spätere Haus der Ministerien der DDR.
Die Hauptaufgabe des Bundesfinanzministeriums ist die Gestaltung der deutschen Finanzpolitik. Die Behörde entwirft den Bundeshaushalt und zeichnet sich für die Steuerpolitik verantwortlich. Finanzentscheidungen der Bundesregierung kann das Finanzministerium wiedersprechen.